Das Netzwerk IBA meets IBA hat sich auf ein Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauausstellungen verständigt. Die Gemeinsamkeiten, die allen IBA Prozessen zugrunde liegen und sie mit hohem Anspruch verbinden sollten, wurden 2009 in zehn Empfehlungen zur Durchführung einer IBA niedergelegt. Sie sollen ihnen Fundament und Richtung geben. Gerade weil die IBAs keine feststehenden Regularien haben, muss der Stellenwert für Baukultur und Stadtentwicklung im regionalen, nationalen und internationalen Rahmen immer wieder überprüft werden. 2017 hat der IBA Expertenrat das Memorandum überarbeitet und um Handreichungen zu wichtigen Themen, wie Organisation, Finanzierung und Projekten ergänzt.

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Jede IBA hat ausgehend von lokalen und regionalen Problemlagen jeweils drängende Aufgaben von Architektur, Stadt- und Regionalplanung zentriert. Eine IBA zeichnet aus, dass sie Zukunftsfragen gesellschaftlichen Wandels auf solche Aspekte fokussiert, die räumliche Entwicklungen anstoßen und durch Gestaltung von Räumen in Stadt und Landschaft beeinflusst werden können.

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Eine IBA ist mehr als eine Architekturausstellung. Sie stellt gesellschaftliche Entwürfe künftiger Lebenswelten zur Diskussion und gibt Antworten auf soziale Probleme nicht nur in der Gestaltung von Gebäuden, sondern auch in neuen Formen der Aneignung von Stadt und Region. Im Erleben einprägsamer Orte sind die Botschaften einer IBA präsent.

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Eine IBA entsteht aus konkreten Herausforderungen der Stadtgesellschaft: Zentrale Themen einer IBA müssen aus Anlass und Ort herausgearbeitet werden, weisen in ihrer Relevanz jedoch weit über den örtlichen Kontext hinaus. Jede IBA hatte ihre Vorgeschichte durch lokal oder regional begrenzte Initiativen und Ereignisse, die als Impulse für weitergehende Programme wirkten, welche in der IBA präzisiert, formuliert und verwirklicht wurden. Zur Definition der Themen sind vorbereitende formelle und informelle Diskurse sowohl in Fachkreisen als auch in der Öffentlichkeit wichtig.

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Eine IBA folgt dem Anspruch, modellhafte Lösungen für aktuelle oder künftige Probleme in baukultureller, ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht zu entwickeln. Indem sie die Bedeutung der Themen, Aufgaben und Konzepte im internationalen Maßstab aufzeigt, gelingt es, nachhaltig Fragen zur Zukunft der Städte und Regionen im Rahmen der gesellschaftlichen Entwicklung insgesamt zur Diskussion zur stellen.

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Jede IBA lebt zunächst von ihren Bauten und Projekten. Mit einer IBA wird die Aufmerksamkeit jedoch nicht allein auf das Gebaute, sondern auch auf die Entstehungsbedingungen und auf die Qualität von Prozessen gelenkt. Jede IBA steht dafür, über die Qualifizierung von Instrumenten und Formaten zu einer neuen Planungs- und Baukultur zu gelangen, die in der gelungenen Kooperation und im Zusammenspiel von Prozess- und Ergebnisqualität erkennbar wird.

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Eine IBA muss von Beginn an in der internationalen Dimension angelegt sein. International wird eine Bauausstellung durch die internationale Relevanz der zentralen Themen und der daraus abgeleiteten, beispielhaften Projekte, durch Beteiligung externer Expertinnen und Experten und herausragende Beiträge aus dem Ausland sowie eine internationale Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.

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Eine IBA wird durch Konzentration der intellektuellen, künstlerischen und finanziellen Kräfte auf einen überschaubaren Zeitraum möglich, als ein Ausnahmezustand auf Zeit. Sie ist ein Forschungs- und Entwicklungslabor, in dem durch die intensive Kooperation von Fachleuten und Betroffenen sowie durch deren Erfahrungen und Erfolge Projekte andernorts ermutigt, langfristig wirksame Impulse für die Alltagspraxis der Planung vor Ort gegeben und privates Engagement motiviert werden können.

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Eine IBA verlangt Mut zum Risiko. Sie ist ein Experiment mit offenem Ausgang und generiert neue Ideen auch durch Provokation, die Widerspruch erzeugen kann. Strittige Themen und produktive Kontroversen sind wichtige Elemente einer Planungskultur. Dies muss allen Beteiligten - vor allem in Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit - von Beginn an bewusst sein, um Freiräume jenseits der Alltagspraxis eröffnen und ein breites Interesse an den Projekten wecken zu können.

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Jede IBA braucht Eigenständigkeit und angemessene Organisationsformen, um zu exemplarischen und generalisierbaren Lösungen mit hoher Ausstrahlungskraft zu gelangen. Nicht die bereits etablierten Verfahren und bewährten Handlungsmuster sind gefragt, sondern Phantasie in Programm, Gestaltung und Organisation sowie die Kunst der Improvisation und schnelle Reaktion auf Unvorhersehbares.

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Eine IBA lebt von der Verbreitung ihrer Themen, Ideen, Projekte und Bilder von gebauten Ergebnissen. Sie ist Forum und Bühne der Beteiligten, über die das Engagement einem nationalen und internationalen Publikum präsentiert wird. Zeitgemäße Strategien der Kommunikation und Präsentation einer IBA sind Voraussetzung ihres Erfolgs. Jede IBA ist darauf angewiesen, die innovativsten, wirksamsten Kommunikationsformen, -formate und -wege zu nutzen und weiter zu entwickeln.